Bonoboblogs

October 11, 2011
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Harvest Mania Developer Diary #3

Yeah I’m still at it. Last time I showed an updated HUD, although it was adjusted again during implementation and is about to be changed yet again. Today I’ll talk about the other manifestation of the score system: the Score Sheet.

Redesigning the Score Sheet

Problems
Firstly, the previous version of the Score Sheet was pretty crowded and thus overwhelming. [...]

October 8, 2011
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Die-Meine-Daten-gehören-mir-Ideologie

Der Datenschutz ist im Laufe der letzten Jahres zu einem der populärsten Themen der Politik der Netze geworden. Insbesondere hier in der BRD wird das Thema heiß diskutiert, dabei wird die Grenze zur Hysterie schon mal überschritten, was natürlich auch mit der schwierigen Vergangenheit dieses Landes zu tun. Johnny Häusler hat dazu gerade einen Artikel bei Spreeblick gepostet, den ich hier einfach mal verlinke.

Je sensibler und erregter die Leute aber bei dem Thema werden, desto schwieriger wird eine nüchterne Debatte. Und während das Thema an politischer Bedeutung gewinnt, macht sich unter Teilen der Datenschützer ein Fundamentalismus breit. Datenschutz wird dort mehr und mehr zum allgemeingültigen, unumstößlichen Prinzip, welches unhinterfragt auf alle Bereiche der digitalen Medien angewandt wird.

Es besteht die Gefahr, dass so aus einer guten und sinnvollen Idee eine Ideologie wird, deren Durchsetzung massive Kollateralschäden im Netz verursacht, denn die Forderung nach mehr und allumfassendem Datenschutz ist immer auch eine Forderung nach mehr Kontrolle der Netze.


Post auf der ML und die Privacy_Per_Default-Petition

Auf der Mailingliste des Foebud ging gestern Nachmittag eine E-Mail zum erscheinen des neuen Buches von plomlompom aka Christian Heller “Post-Privacy” herum. Der Foebud steht bekanntlich seit Jahren wie wenig andere für das Thema Datenschutz ein und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Reaktionen der Leser dort tendentiell eher kritisch waren.

Kurz zuvor erschien über Twitter und Blogs der Hinweis auf eine Petition mit dem Titel Privacy-per-Default, die sowohl vom CCC, dem Foebud als auch der Verbraucherzentrale unterstützt wird. Als dann noch ein Interview mit der EU-Kommissarin Viviane Reding auftauchte, in dem sie die politischen Forderungen der Petitionsunterstützer aufgriff und unterstütze, bot sich eine Beschäftigung mit dem Datenschutz gerade zu an.

Denn wie soll man das bewerten, wenn Datenschützer plötzlich mit der EU-Kommissarin, die bei der europaweiten Einführung der Vorratsdatenspeicherung eine wichtige Kraft ist, auf einmal argumentativ auf einer Linie sind?

ProPostPrivacy oder die lachenden Datenschützer im Keller

Der geneigte Leser wird es bereits ahnen und ich will hier keinen Hehl daraus machen, der Datenschützerfraktion stehe ich zunehmend kritischer gegenüber. Aktuell kann ich mit den Debatten die im Kontext Postprivacy geführt werden einfach mehr Anfangen kann.
Das hängt zum einen damit zusammen, dass ich die damit verbundene Utopie der Transparenz für bedeutsam und wichtig halte, zum anderen bieten die Debatten dort neue Sichten auf einigermaßen festgefahrene Positionen der Netzpolitik.

Vor allem aber geht mir der Bierernst und die Bigbrotheriswatchingyou-Weltuntergangsstimmung der Datenschützer zunehmend auf die Nerven. Die Postprivacy-Kultur wirkt im affirmativen Umgang mit den Problemen und Fragestellungen der Digitalisierung aktuell etwas entspannter und unverkrampfter. Es mag aber sein, dass sich das schnell ändert sobald dort die ersten Posten in Beratungsfirmen, Enquetekommissionen und Parteiorganisationen in greifbare Nähe rücken. Politik und Ironie passen naturgemäß nicht gut zusammen, Humorlosigkeit ist also kein spezielles Datenschutz- sondern eher ein politisches Problem.

Vor allem aber fehlt mir bei den allermeisten Datenschützern aktuell einfach die Bereitschaft die eigene Position, sowie die über die Jahre liebgewonnen politischen Denkweisen auch mal Kritisch zu hinterfragen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten oder auch einfach nur affirmativ mit bestimmten Entwicklungen umzugehen. Den der Kontext des Netzes hat sich über die Jahre gewandelt, das macht auch eine Hinterfragung von
Hier bewegen sich etwa die Spackeria, mspro, Christian Heller alias plomplom oder auch die Kusanowskys aktuell einfach mehr. Blogs wie diese beleben so den Diskurs im Netz, den Wolfgang Michael kürzlich zu Recht als zunehmend einseitig und erlahmend beschrieben hat mit neuen Impulsen.

Meine Daten gehören mir!

Gleichzeitig scheint das Konzept des Datenschutzes gerade Teil der vorherrschenden, marktbasierten Ideologie zu werden. Parolen wie “Meine Daten gehören mir” fügten sich schon immer verdächtig gut in eine eigentumsbasierte, kapitalistische Verwertungslogik ein.
Sowohl Datenschutz als auch Eigentum basieren auf der Idee der Verknappung, der Zugangsbeschränkung und der Restriktion und in der Netzökonomie sind die Daten entscheidende Ressource. Hier gibt es also Parallelen, die man in jedem Fall noch einmal dediziert untersuchen muss.

Nun habe ich im übrigen nicht grundsätzlich etwas gegen den Kapitalismus, auch wenn dessen Bashing derzeit zum guten Ton gehört und ich mich dem auch nicht gänzlich verschliessen will.
Aber egal ob nun kapitalismuskritisch man sollte eine potentielle Symbiose von Datenschutz und großer politischer Agenda  im Auge behalten um nicht aus versehen den Bock zum Gärtner zu machen. Kritisch wird vor allem dann, wenn sich Datenschützer im nächsten Schritt wieder als Bürgerrechtler und Systemkritiker des Überwachungsstaat positionieren wollen.
Hier lauert ein Interessenkonflikt, der einigen eventuell noch gar nicht so recht deutlich geworden ist.

Von guten Idee und gefährlichen Ideologien

Doch zurück zum Buch “Post-Privacy” von Christian Heller bzw. zu der am Buch geäußerten Kritik.
In diesem Zusammenhang wurde unter anderem etwas empört die Frage aufgeworfen, wie denn ein angesehener Verlag wie der C.H.Beck-Verlag dazu kommen könnte, ein aus Datenschützersicht so grundfalsches und gefährliches Thema zu verlegen.

Ich habe mich dadurch zu einer recht banalen und zugegeben auch etwas polemisch Antwort hinreißen lassen – die aber deswegen keineswegs falsch sein muss. Mein Vorschlag war, dass im Beck Verlag wohl ein paar Leute sitzen würden, die erkannt haben, dass es an der Zeit sei der Datenschutzidee, etwas entgegenzusetzen. Aber nicht etwa weil der Datenschutz generell schlecht sei, sondern weil dieser gerade Gefahr läuft Ideologisch vereinnahmt zu werden oder eben selber Ideologie zu werden.
Es besteht nämlich durchaus die Möglichkeit, dass sich die Google-Facebook-Datenkraken-Hysterie ganz hervorragend dazu instrumentalisiern lässt, das Netz dichter zu machen und die verfügbaren, freien Inhalte besser unter Kontrolle zu bekommen. Gerade Initiativen wie privacy-by-default laufen leider Gefahr hier eine perfekte politische Basis zu bieten.

Sollten die dort von Datenschützerseite formulierten Forderungen in der Tat durch gesetzt werden, bleibt einmal abzuwarten wie lange es Dauern wird, bis der erste Diaspora-Betreiber, oder irgendein anderer Plattformanbieter auf Basis der geforderten Regeln verklagt oder von Wettbewerbern mit Abmahnungen eingedeckt wird.
Denn es ist imho absehbar, dass gerade die unkommerziellen Projekte, die das Web so wertvoll machen, nicht über die Manpower verfügen werden sich konsequent EU-Datenschutz-Norm-gerecht zu verhalten. Und es sei der Hinweis erlaubt, dass auch die Konzern-Strategen und ihre Lobbyisten in Brüssel durchaus in der Lage sind solche Mechanismen zu verstehen und dann natürlich auch in ihrem Sinne anzuwenden.

Datenschutz-EU-Norm sind kein Problem für die Bigplayer. Aber was ist mit kleinen Blog- oder Forenbetreiber?

Es ist davon auszugehen, dass gerade Facebook-Google.com relativ gut mit allen Datenschutzforderungen klar kommen werden – eventuell sind sie dazu gezwungen ihre Rechtsabteilung etwas auzustocken und ein paar Systemadministrator und Usability-Designer mehr einzustellen.
Initiativen wie Privacy-per-Default oder ausgefuchste Datenschutzregeln mögen die Geschäfte etwas teurer und aufwändiger machen, im Gegensatz zu kleinen Webseiten und Kommunikationsplattformen wird Facebook-Google.com das aber mit Sicherheit finanziell wegstecken können.

Wichtig ist auch, sich vor Augen zu halten, dass man dort gegenüber den staatlichen Institutionen datenschutzrechtlich problemlos, innerhalb der vorherrschenden Systemlogik argumentieren können wird. Man wird glaubhaft versichern können, dass bei den kommerziellen Anbietern die Daten sicher sind, weil die Daten nämlich die Basis ihres Geschäfts darstellen.
Denn Facebook-Google.com sammelt zwar in wirklich zwanghaftem Ausmaß Daten, hat aber ein nachweisbar originäres Interesse daran, dass diese von niemand Anderem genutzt werden und diese also vor dem Zugriff Dritter wirksam zu schützen sind.
Hier tut es eigentlich auch nichts zu Sache, dass Nachrichtendienste und staatliche Institutionen Zugriff auf die gesammelten Daten haben. Das ist zwar in der Tat ein Problem, wer aber nach mehr staatlicher Kontrolle durch privacy-per-default ruft, kann im nächsten Schritt nur schwer argumentiere, die Instanz des Staates sei Datenschutzrechtlich nicht vertrauenswürdig.

Und in der Rolle des Advocatus Diaboli soll hier bewusst polemisch gefragt werden: Haben politische Organisationen,Vereine, NGOS, Opensourceprojekte oder Blogger wirklich das gleiche Interesse die Nutzerdaten als Geschäftsgeheimnis so zu schützen wie Facebook-Google.com? Sind nicht gerade diese offenen, selbstorganisierten Strukturen die jenigen, bei denen man keine exakten Verantwortlichkeiten hat oder bei denen die Backup-HD mit GBs an Userdaten auch mal unverschlüsselt irgendwo im Regal liegt?

Privacy-per-Default und Datenschutzforderungen gelten im Rechtsstaat überall und für jeden

Regeln und Gesetze gelten im Rechtsstaat nun einmal für Alle, dessen muss man sich bewusst sein, wenn man Privacy-per-Default fordert und Datenschutz zum obersten Gebot für das Netz machen will.
Da hier dann altbekannte, staatliche Kontrollinteressen mit Wettbewerbsvorteilen für die großen kommerziellen Plattformen zusammenfallen, könnte hier auf einmal ein mächtige Interessensgemeinschaft zur rigorosen Durchsetzung der Datenschutzrichtlinien entstehen.

Sollte es dann noch gelingen gemeinsam mit der Community der Datenschützer einen EU-weiten Kriterienkatalog mit entsprechenden Richtlinien festzulegen, ist die Forderung von EU-Kommissarin Viviane Reding nach “Rechtssicherheit für Unternehmen” perfekt.

Datenschutzzertifizierte Sendelizenzen für Webangebote machen die störenden Zensurdebatte überflüssig

Eventuell müssen Webseitenbetreiber dann zum Betreiben eines Webangebots einfach nur eine staatliche Zertifizierungen über den sachgerechten Umgang mit Daten vorhalten, um so den EU-Datenschutznorm-konformen Umgang nachzuweisen.
Denkt man nun gedanklich noch einen kleinen Schritt weiter und nimmt an, dass Zertifizierung und Lizensierung nicht umsonst, sondern wie allgemein üblich, nur gegen entsprechende Gebühren zu bekommen sind, lösen sich aber auf einmal zahlreiche politische Fragen des Netzes ganz schnell in Luft und in konservatives Wohlgefallen auf.
Schon Lizenzkosten von wenigen hundert Euros würden schnell massive Wirkung zeigen und eine mehrheit der Blogs verschwinden lassen. Wenn diese Forderung nach Kontrolle der Daten aber zuvor im Einklang mit der präsentesten Fraktion der Netzaktivisten umgesetzt wurde, wer sollte sich da noch beschweren?

Wenn man zusätzlich die Strafen für mangelnde Zertifizierung oder nicht fachgerechte Umsetzung des privacy-per-default-Datenschutzes entsprechend hart anlegt, ist von ganz alleine innerhalb kürzester Zeit ein Großteil der nichtkommerziellen Angebote verschwunden sein. Übrig bleibt ein überschaubares Konglomerat aus Bigplayern und Onlineshoppingmalls. Leidige Debatten wie die aktuelle um das Gesetz gegen Abhörmaßnahmen in Italien können sich Regierungen dann endgültig sparen.

Da muss sich dann auch niemand mehr beschweren, denn zensiert wird dann natürlich nicht. Dafür aber ganz grundgesetz- und datenschutzkonform lizensiert, so wie es die Netz-Community selber gefordert hat. Für die Meinungsfreiheit gibts ja so wie eh und je die großen werbefinanzierten Portale der Zeitungsverlage, und alles andere bekommt der Kunde bei Amazon, Ebay oder im I-Store.
Alles im Sinne des Datenschutzes.

Alles Unsinn? Hm mag sein.

Aber es gibt durchaus ernstzunhemende politische Kräften denen eine solche Entwicklung nur zu gut ins Konzept passen würde. Wir sollten also etwas aufpassen, dass wir über die Forderung nach mehr Datenschutz für facebook-google.com nicht eventuell den Bock zum Gärtner machen und damit an anderer Stelle schwere Kollateralschäden anrichten.

October 6, 2011
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TRAUMA in Paris

I’m leaving for Paris tomorrow. Apparently, TRAUMA – among others – is currently being exhibited by the Kokoromi Collective at La Gaîté Lyrique.

I have no idea what this and I need to find out!

They have a vernissage on Friday evening. I have no idea if this is a public thing. But the exhibition certainly is and you can visit it for [...]

October 5, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/learning-from-hollywood/

Learning from Hollywood

I recently found this very interesting series of short videos on The Escapist. It’s basically a short summary of the history of Hollywood. See, it’s easy to look at Hollywood as this constant, unchanging entity. After all, movies are a pretty solid, mature medium and Hollywood is the poster child of a well-oiled entertainment industry. [...]

October 4, 2011
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Excit for Android – Released to Market!

Bugfixing is done, some more polish was given and here it is:
Excit for Android – full 91 Levels of addictive puzzle flow.
If you haven’t yet played the demo, go try it out: Excit for Android – Demo.
(click the above links to directly download the game from the Android Market site )

I’m playing 14 levels, mixed from easy to amazingly hard

Thanks go [...]


http://www.bonoboblogs.org/imported/losing-fire/

Losing Fire

After reading all three books of “The Hunger Games” Trilogy, I feel like I need to write an addendum to my previous post about them. You see, I realized that most of the stuff I have written in that post actually only applies to the very first book.
To give you an idea what I’m talking about [...]

September 30, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/trauma-in-the-humble-frozen-synapse-bundle/

TRAUMA in the Humble Frozen Synapse Bundle

I’m happy to announce that my game TRAUMA is now available as part of the Humble Frozen Synapse Bundle. You can get it and the other awesome bundle games for as much as you want. Do it!

http://www.humblebundle.com

Needless to say that I’m super-excited for this. The Humble Bundle was actually the template for many decisions I made [...]

September 28, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/the-games-of-hunger-games/

The Games of Hunger Games

Here is another book I’m reading now. It’s called “The Hunger Games”. It apparently the next big adventure/romance youth novel. Soon to be released as a major movie. Could even become a huge franchise like Twilight or Harry Potter. Have a teaser.

The story is pretty much a a Sci-Fi / Post-apocalyptic Battle Royale sans the gore, [...]

September 26, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/flood-and-ark/

Flood and Ark

Recently, I finished reading two Sci-Fi books: Flood and Ark by Stephen Baxter. Ark is the sequel to Flood. They both take place in a near future where earth slowly disappears under a rapidly rising sea level.

I read some Stephen Baxter books in the past. Not that I particularly like his writing. I do enjoy his [...]

September 25, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/the-difficulty-of-catherine/

The Difficulty of Catherine

I have been playing Catherine some more. It’s a game that is considered by many to be particularly difficult. I had my share of struggles even on “Easy” difficulty. On my second play trough, I decided to crank it up to “Normal”. But it didn’t actually get a lot more difficult. Different, but not difficult. [...]

September 20, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/let%e2%80%99s-fail-secret-of-mana/

Let’s Fail Secret of Mana

I almost forgot! Here is something I did recently. Together with @mczonk and @fabric_8, we started a co-op Let’s Play of Secret of Mana. I don’t think I posted about it yet, did I?

It’s German only. We decided to call this “Let’s Fail”. As you might guess, we aren’t taking this too seriously. We are playing [...]

September 19, 2011
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Monster Hunter Podcast Episode 55

This time on the Monster Hunter Podcast: 8 Sides to a Square. We finally record a show in true HD using the new Monster Hunter Portable 3rd. We use this opportunity to undermine everything you know about geometry.

Get the mp3 of the episode here.
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Enjoy!

September 18, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/the-future-of-flamewar-von-asynchronen-flamestormwars/

The Future of Flamewar: Von asynchronen Flamestormwars

Der folgenden Beitrag ist auch als Textbeitrag zum aktuell anlaufenden TransPrivacy-Projekts entstandem und erscheint im dortigen Projekt-Blog unter dem Titel “Vom intimen Flamewar zum öffentlichen Flamestormwar”.

Genauso wie sich das WWW im Laufe des vergangenen Jahrzehnts gewandelt hat, hat sich auch die damit verbundene Kultur der Netzes verändert.
Das Phänomen des Flamewars ist ein Beispiel für diese Wandlung. Aus dem erbitterten und Teils abstrusen Streitegspräch einzelner Protagonisten einer Mailingliste oder eines Forums mit relativ kleinem Publikum sind Massenphänome mit einer unüberschauberen Anzahl an Teilnehmern geworden. Sind diese Veränderungen auch Zeichen für einen Wandel auf der medialen Bühne der Politik?

Exemplarisch für die angedeutete Entwicklung muss an dieser Stelle eine online geführte Streitdebatte zwischen verschiedenen, einflussreichen und auch weniger einflussreichen Protagonisten der netzpolitischen Szene im August diesen Jahres dienen.
Ein Bloggerstreit entwickelte sich über den Zeitraum einiger Tage hinweg zu einem Flamewar bzw Flamestormwar.
Die beiden Hauptprotagonisten waren der Autor und Betreiber des fefe.blogs, sowie der Netzaktivisten und Blogger Alvar Freude. Beide Seiten wurde durch weitere Blogger, Twitter-Nutzer, dem Heise-Verlag, Golem.de und nicht zuletzt durch die Subscriber der Mailinglisten von AK-Vorrat und AK-Zensur unter Verwendung diverser Kanäle unterstützt.

Kernpunkte des Streites formulierte Twister in einem Artikel auf Telepolis später dann etwas lakonisch wie folgt: “Die SPD und Alvar Freude wollen eine Vorratsdatenspeicherung, der AK Vorrat nicht“.
Für jene, die sich für die genaueren Umstände und Hintergünde dieses Streits, der dann zum modernen Flamestormwar wurde, interessieren, sei der entsprechende Artikel als Einstieg empfohlen. Zum Verständnis des folgenden Textes ist die vertiefende Lektüre aber nicht zwingend notwendig.

Neue Kanäle für den gemeinsamen Krieg der Worte

Hier geht es in erster Linie einmal darum, dass sich mit der Entwicklung des Mitmach-Web-2.0 auch die Art und Weise der modernen Flamewarführung gewandelt hat. Waren Flamewars früher eher lokale Konflikte und auf themenspezifischen Mailinglisten wie Beispielsweise die legendäre, aber mittlerweile fast tote Rohrpost oder spezille Foren begrenzt, wird der moderne Flamewar mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Web2.0 an möglichst vielen Orten gleichzeitig geführt. Die widerstreitenden Lager erschliessen sich so ein breiteres Publikum, während dieses wiederum nun auch selber auf unterschiedlichste Weisen eingreifen kann.

Je nach Möglichkeiten und Größer der jeweiligen Anhängerschaft kommen im modernen Flamewar neben der klassichen E-Mail nun auch Twitter, Blogs, Bloggkommentare, Onlineportale und Social Networks zum Einsatz. Diese neuen Kombinations- und Mitmachmöglichkeiten erhöhen natürlich den Reiz für die Flamewargegner siginfikant.
Für das ehemals eher passive Publikum besteht im modernen Flamewar die Möglichkeit Positionen im eigenen Blog aufzugreifen, um diese dann zu unterstützen oder zu bekämpfen. Auf diese Weise können ganz neue Fronten aufgemacht und Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden, ein Phänomen welches der Kenner aus dem Bereich der Shitstorms kennt – dazu aber gleich mehr.
Wer weniger Zeit hat bringt sich, in der Tradition der Nachrichtendienste und Feindaufklärung ins Spiel, in dem Berichte von neuen Gefechten und Attacken per Twitter, Facebook, Google+ oder E-Mail weiter geleitet werden.
Belohnt wird solcher Einsatz gelegentlich durch neue Follower, die Aufnahme in Circles, Freundschaftsanfragen, Gefälltmir-Klicks oder neue Abonnenten des eigenen RSS-Feeds. Im Kontext der Aufmerksamkeitökom lohnt es also durchaus, sich den Flamewarparteien anzudienen bzw auf eigene Faust in die Gefechte einzugreifen.

Der Shitstorm: ein strategisches Element des Flamestormwars

Eine wichtige Strategie im modernen Flamewar ist der Shitstorm geworden. Der Shitstorm, im Prinzip eine Meinungs-DOS-Attacke der digital Empöhrten, ist der vernetzte Alptraum jeden PR-Managers und war lange Zeit Ölkonzernen, der Atomindustrie oder tierquälenden Megakonzernen vorbehalten. Mitunter traf es aber auch mal ungeschickt agierende Stars und natürlich immer wieder Politiker.
Mehr dazu im modernen Brockhaus aller Nerds, Geeks und digitalen Lifestyler, dem Urban Dicitionary oder in Sascha Lobo’s kurzweiligem Vortrag auf der Re:publica 2010 “How to survive a shitstorm“.
War der Shitstorm bisher immer als singuläres Phänomen zu sehen, ist er mittlerweile wichtiges Element einer guten Flamewarstrategie geworden. Gelingt es einen solchen zu Entfachen und den Gegner damit im besten Fall auch noch zu überraschen, stehen die Chancen nicht schlecht den gesamten Flamestormwar für sich zu entscheiden.

Im Eingangs beschriebenen Beispiel ging die erste Attacke von Blog des Angreifers fefe aus und erwischte Alvar Freude eiskalt. Während Fefe dann seine verbalen Attacken im gewohnt prolligen Stil fortführte, ging Alvar Freude in seinem Blog zur aktiven Verteidigung über, musste sich dann aber in seine Burg, die von ihm initiierte Mailingliste des AK-Zensur zurückzuziehen.
Allerdings kam er auch dort nicht recht zu Ruhe und wurde auch noch parallel im Blog von Thomas Stadler angegangen. Später setzte sich der Disput dann auf Heise.de fort und eröffnete allen Teilnehmern damit ein neues, breiteres Publikum und holte die berüchtigte Trolle der Heise Foren mit ins Boot.

An dieser Stelle soll aber Schluß sein, mit der Rekonstruktion der Ereignisse. Wer genaueres Wissen will nutzt bitte die Links oder die Suchmaschine seiner Wahl.

Der Flamestormwar wird Teil einer netzbasierten, politischen Streitkultur

Die Wandlung des Flamewars vom kleinen privaten Streit hin zu einer breiteren Debatte ist nun nicht völlig neu. Bemerkenswert ist aber die Koppelung dieser digitalen Gefechte mit dem realopolitischen Geschehen. Denn Kernpunkt des hier zitierten virtuellen Schlagabtauschs war der Streit um die Gesetzgebung der Vorratsdatenspeicherung.
Und so deutet sich an, je mehr das Netz Medium der Politik und vor allem auch seiner eigenen Politik wird, desto mehr gewinnen die dort geführten Debatten auch über das Medium hinaus an Bedeutung.

Mehrheiten werden in Zukunft eventuell wirklich auch über die persönlichen Follower geschaffen. Womit die politische Meinungsbildung in den Debatten des Web2.0 wieder stärker an einzelne Subjekte gebunden wird, und die vermittelenden Institutionen – in diesem Fall als Beispiel der Heise-Verlag – eher begleitend und moderierend Einwirken. Hier deutet sich nicht nur ein Wandel in der Kultur des Flamewars an, sondern es weist auf eine generelle Verschiebung politischer Handlungen und der Akteure auf der medialen Bühne hin.

Bemerkenswert hierbei ist aber, dass nun – zumindest so lange das WWW wie derzeit durch Textein- und ausgabe dominiert wird – sprachliche und vor allem literarische Qualitäten gegenüber den Schauspielerischen in den Vordergrund treten.

Sprache abstrahiert und formuliert Wirklichkeit, sie ist nicht die Wirklichkeit.
“‘This is not a wink’ / Florian Kuhlmann” – 2011

September 17, 2011
http://www.bonoboblogs.org/imported/podcasts-about-trauma/

Podcasts about TRAUMA

There have been a lot of exciting TRAUMA news recently. One major bomb is coming up soon. I can’t post everything at once. But here are 3 interesting bits. TRAUMA has been mentioned on 3 recent podcasts.
First and probably most important would be an 1-hour interview on the Experience Points Podcast. I have been posting a [...]